Sonntag, 7. Januar 2024

Zwischen Weihnachten und Neujahr 2023 im Harz

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Die Anreise in den Harz 

 Wir entschieden uns für eine Reise in den Harz, nicht nur wegen der malerischen Winterlandschaft, sondern vor allem, um die festliche Zeit mit unserer Tochter, unserem Schwiegersohn und unserem einjährigen Enkelsohn zu verbringen. Das Ziel war klar: ein gemeinsames Weihnachtsfest in familiärer Atmosphäre. Der Harz, bekannt für seine weihnachtliche Stimmung mit Schnee und zauberhafter Dekoration, schien der perfekte Ort für unser Fest zu sein, vor allem, weil wir uns dort schon einwenig auskannten und Friederike mit Familie in Clausthal wohnt. 

Heiligabend in der Gemeinde 

Unsere Tochter Friederike, die in Clausthal als Pastorin tätig ist, trug während der festlichen Tage eine doppelte Verantwortung. Ihr Engagement für die Gemeinden führte dazu, dass sie an Heiligabend nicht nur einmal, sondern gleich zweimal Gottesdienste abhielt. Um 14:30 Uhr in CLZ und um 17:00 Uhr in Braunschweig. Dies bedeutete, dass ein traditionelles Weihnachtsfest im engsten Familienkreis an diesem Abend nicht möglich war. Trotzdem war die Verbundenheit in der Familie stark spürbar, und wir fanden alternative Wege, einen festlichen Gottesdienst zu gestalten. 

Am Heiligabend versammelten wir uns zu einem besonderen Wohnzimmergottesdienst. (Siehe auch unter "Predigten und Andachten - Liturgie zur Christvesper). Die Atmosphäre war von familiärer Nähe durchdrungen, als wir gemeinsam das Weihnachtsevangelium lasen und Lieder sangen. Die Kinder wurden aktiv in den Aufbau der Krippenfiguren einbezogen, was nicht nur die festliche Stimmung, sondern auch die Bedeutung von Weihnachten für die jüngsten Familienmitglieder betonte. Schon während des Gottesdienstes konnten wir Kaffee, Tee oder Plätzchen geniessen. 

Nach dem Gottesdienst setzten wir die festliche Tradition fort, indem wir uns zu einer gemütlichen Kaffeerunde versammelten. Der Duft von frischem Kaffee und köstlichem Kuchen erfüllte den Raum, während wir die besonderen Momente des Gottesdienstes nachklingen ließen. Dieser Wohnzimmergottesdienst wurde zu einem unvergesslichen Höhepunkt, der zeigte, dass Weihnachten nicht nur mit einer "normalen" Predigt, sondern vor allem im Kreise der Familien im Kirchenraum erlebt werden kann.

Vom Schnee in die "Regen"traufe 

Schon vor Heiligabend fing es an zu regne und das Wetter nahmen eine unerwartete Wendung, als der Schnee im Harz geschmolzen war und einem anhaltenden Regen wich. Dies verhinderte unsere geplanten Spaziergänge durch den knirschenden Schnee, doch wir ließen uns nicht entmutigen und fanden kreative Lösungen, um die festliche Stimmung zu bewahren

Am 25. Dezember gestalteten wir ein reichaltiges Fondue. Gemeinsam saßen wir um den Tisch, genossen die kulinarischen Köstlichkeiten und hatten lustige, aber auch gehaltvolle Gespräche. Danach packten wir die liebevoll verpackte Päckchen aus. Die Augen unseres Enkelsohns strahlten vor Neugier und er konnte sich kaum entscheiden, wo er zuerst hinschauen sollte. Die Fülle an Eindrücken machte Maverick recht unruhig und ein wenig quengelig. Er vertiefte sich dann derweil lieber verträumt in das Spiel mit einer Steckdosenleiste und einem Stromkabel, was uns mit herzlichem Lachen erfüllte und uns daran erinnerte, dass die Magie von Weihnachten oft in den kleinen, unscheinbaren Momenten liegt.

Die anfänglich zauberhafte Winterlandschaft verblasste bedauerlicherweise in den folgenden Tagen. Der ständige Regen, begleitet von der bedrohlichen Nachricht von Hochwasserkatastrophen in Niedersachsen, trübte die idyllische Atmosphäre erheblich. Die einst verschneiten Wunder des Harzes wurden von den Unwägbarkeiten des Wetters überschattet, und die geplanten Außenaktivitäten waren durch den anhaltenden Regen vereitelt.

Trotz der Widrigkeiten schafften wir es, durch die Notwendigkeit der geplanten weiteren Gottesdienste, zwischendurch ein wenig Arbeit zu verrichten. Die regenverhangenen Fenster und das leise Trommeln des Regens draußen wurden zu Begleitern unserer kreativen Stunden, die durch die Sorge um die Natur und das Wohl der Menschen in Niedersachsen eine nachdenkliche Note erhielten. Die Herausforderungen des Wetters flossen somit in unsere Erlebnisse im Harz ein und machten diese Zeit zu einem Spiegelbild von Veränderung und gemeinsamer Bewältigung. Sowohl meine Tochter Friederike als auch ich waren gefordert, denn es stand die Erstellung einer Predigt für den Altjahresabend am 31. Dezember inklusive des dazugehörigen Gottesdienstes an. Zudem galt es, eine Andacht für das Neujahrskaffeetrinken am 01. Januar 2024 vorzubereiten. Diese Arbeitseinheiten wurden zu einem weiteren Aspekt unserer gemeinsamen Zeit im Harz, in der die Verbindung von Familienleben und beruflichen Verpflichtungen harmonisch ineinanderflossen.

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Silvester und Pläne für das Neue Jahr: 

Die Reflexion über das vergangene Jahr offenbarte, dass nicht alles einfach war, und die Schatten der negativen Ereignisse sind noch immer nicht ganz verarbeitet. Doch selbst in diesen Herausforderungen finden wir Raum für Wachstum und Resilienz. 

Silvester war geprägt von einem ganz stimmungsvollen Raclette-Abend. Maverick, unser aufgeweckter Enkelsohn, spürte die Aufregung in der Luft und ließ sich davon mitreißen. Seine Unruhe zeigte sich in einer regelrechten Aufräumaktion der Küchenschränke. Dosen wurden herausgeholt, neu geordnet und wieder eingeräumt, während zwischendurch sogar die Katzen mit Dosen "angerollt" wurden. 

Die Feier wurde kurz unterbrochen, als Maverick gegen 20:00 Uhr vor lauter Aufregung so müde wurde, dass er ins Bett musste. Die Erwachsenen nutzten die Zeit bis zum Knallen, mit dem Spiel "Erzähl mir mehr" zu unterhalten. Jedoch markierte dies nicht den endgültigen Höhepunkt der Feier. Die Unterhaltungen und das Spiel bildeten nur eine Zwischzeit, bis um Mitternacht die Sektkorken knallten und wir gemeinsam das neue Jahr einläuteten. Der Wechsel zwischen intimen Gesprächen und dem festlichen Countdown schuf eine einzigartige Dynamik und machte den Silvesterabend zu einem facettenreichen Erlebnis, das sowohl persönliche Verbundenheit als auch die Aufregung des Neubeginns vereinte. 

Die Heimreise und Abschied (04.01.): 

 Die Heimreise aus dem Harz gestaltete sich anders als die Ankunft. Die winterliche Pracht des Harzes war dem Regen gewichen, der die Flüsse überlaufen und die Deiche unsicher gemacht hatte. Die Landschaft, die uns bei der Ankunft mit einer zauberhaften Winterkulisse begrüßte, präsentierte sich nun in einem anderen Licht, gezeichnet von den Spuren der Wetterkapriolen. 

Die Rückkehr nach Hause gestaltet sich anders als erwartet. Obwohl die Autobahn einigermassen frei war und es kaum Staus gab, spürte man bereits den typischen Weihnachtsrückreise-Verkehr. 

Zwischenstopp an der Raststätte Soest (04.01.): 

 Auf dem Rückweg legten wir einen Halt an der Raststätte Soest ein. Dort trafen wir auf eine bemerkenswerte Gruppe: die tschechische Feuerwehr. Ein Team von 18 Feuerwehrleuten machte auf dem Weg nach Nordfrankreich Halt, um dort im Kampf gegen das Hochwasser zu helfen. Die Einsatzkräfte waren mit Wasserpumpen, einem Amphibienfahrzeug und einem Rettungsboot ausgerüstet. Es beeindruckte uns, auf Reisende zu stoßen, die nicht auf dem Weg nach Hause waren, sondern ihre Reise unternahmen, um anderen in einer Notsituation beizustehen. Die Feuerwehrleute machten während ihrer Rast nicht nur Pause, sondern zeigten auch, dass Solidarität und Hilfe über Grenzen hinweg reichen, besonders in Momenten von Naturkatastrophen und dringendem Handlungsbedarf. Dieser unerwartete Zwischenstopp an der Raststätte Soest war ein Zeugnis für die Großherzigkeit und Entschlossenheit derjenigen, die sich für das Wohl anderer einsetzen.

Hochwasser | MMH 

Rückkehr in die Realität (04.01.): 

 Trotz der reibungslosen Fahrt durch die staufreien Straßen war die Erkenntnis von der Trennung von der festlichen Zeit des Harzes allgegenwärtig. Die Rückreise, obwohl technisch gesehen problemlos, wurde zu einer emotionalen Reise, die die Brücke zwischen der festlichen Vergangenheit und der zurückkehrenden Realität zu schlagen versuchte.

Die Überraschung wartete jedoch zu Hause: Bei unserer Ankunft stellten wir fest, dass die Heizung ausgefallen war. Plötzlich waren wir vollständig in der Realität angekommen. Die Wärme des Harzes wurde durch die kalten Räume unseres Zuhauses ersetzt, und die Herausforderung, sich der unmittelbaren Realität zu stellen, wurde unerwartet direkt. Dieser Vorfall verdeutlichte, dass der Übergang von den festlichen Momenten zur alltäglichen Realität nicht immer reibungslos verläuft und dass die kleinen Unannehmlichkeiten des Lebens manchmal überraschend auftreten können.


Schlusswort:
Abschließend möchte ich mich herzlich bei euch allen für euer Interesse und die Zeit bedanken, die ihr meinem Blog gewidmet habt. Es war mir eine Freude, euch an unseren Erlebnissen zwischen Weihnachten und Neujahr teilhaben zu lassen. Eure Unterstützung und eure Aufmerksamkeit haben diesen Blog zu etwas Besonderem gemacht.

Ich hoffe, ihr konntet in unseren Geschichten und Momenten ein wenig Inspiration, Unterhaltung oder vielleicht auch einfach nur einen Moment des Innehaltens finden. Die Gemeinschaft, die durch das Teilen von Erfahrungen entsteht, ist etwas Kostbares, und ich bin dankbar, dass ihr ein Teil dieser Reise durch den Harz und darüber hinaus wart.

Für das neue Jahr wünsche ich euch alles Gute, viele positive Erlebnisse und dass eure eigenen Geschichten genauso fesselnd und schön werden wie die, die wir miteinander geteilt haben. Nochmals vielen Dank und bis zum nächsten Mal!

Ich lade euch herzlich dazu ein, eure Gedanken, Kommentare oder Fragen mit mir zu teilen. Eure Perspektiven und Erfahrungen bereichern diesen Austausch, und ich freue mich darauf, von euch zu hören.

 

 

   

 

Samstag, 6. Januar 2024

Liturgie zur Christvesper als Wohnzimmer-Gottesdienst 2023

Deko:  Weihnachtlich geschmückte Tische mit Kaffeetassen und Teegläser. Kaffeekannen und Wasserkannen für Tee. Teebeutel. Schalen mit Weihnachtsgebäck

 Vorspiel: 

 Begrüßung:

Herzlich willkommen liebe Kinder, liebe Familien, zu unserer festlichen Christvesper oder zu unserem weihnachtlichen Wohnzimmer-Gottesdienst!

ich freue mich sehr, euch alle hier zu haben, um gemeinsam diesen ganz besonderen Heiligenabend zu feiern. Heute haben wir uns entschieden, einen Wohnzimmer-Gottesdienst zu gestalten, und ich möchte kurz erklären, was das bedeutet.

Ein Wohnzimmer-Gottesdienst ist im Grunde genommen ein Gottesdienst, der in der warmen und gemütlichen Atmosphäre eines eher anmutenden Wohnzimmers stattfindet, statt in einer traditionellen Kirche.  Wir versammeln uns hier, um gemeinsam den Geist von Weihnachten zu erleben. Es ist eine schlichte Zusammenkunft, bei der wir die festliche Stimmung teilen und unseren Glauben in einer familiären Umgebung feiern.

In dieser entspannten Atmosphäre möchten wir uns auf das Wesentliche konzentrieren: Gemeinschaft, Liebe und die Bedeutung von Weihnachten. Wir werden gemeinsam singen, beten und über die Botschaft von Weihnachten nachdenken. Es geht darum, den Heiligenabend auf eine persönliche und herzliche Weise zu begehen.

Liebe Familien, eure Anwesenheit hier zu diesem Gottesdienst macht diese Feier noch bedeutsamer. Weihnachten ist eine Zeit des Miteinanders, des Teilens und der Liebe. In unserer Gemeinschaft sind wir eine große Familie, und eure Anwesenheit bereichert unser Fest.

Möge diese Christvesper nicht nur eine Feier im Gemeindehaus-Wohnzimmer sein, sondern ein besonderer Moment, der uns alle daran erinnert, was wirklich wichtig ist – Liebe, Gemeinschaft und die Freude, die in kleinen Gesten und Momenten steckt.

Auf den Tischen stehen schon Plätzchen und die Tassen können wir mit Kaffee selbst bestücken. Bitte bedient euch und lasst uns also eintauchen in die festliche Atmosphäre, das Licht der Kerzen entzünden und gemeinsam die Bedeutung von Weihnachten erleben. Nochmals herzlich willkommen, und lasst uns gemeinsam eine unvergessliche Christvesper feiern!

Votum

Im Licht der Kerzen und im Geist der Gemeinschaft kommen wir zusammen, um die Geburt Christi zu feiern. Möge die Liebe, die an diesem Heiligen Abend in unseren Herzen brennt, in die Welt strahlen. Möge der Friede, den wir empfangen, sich wie ein sanfter Schleier über unsere Leben legen. Lasst uns mit Dankbarkeit und Freude dieses Fest begehen und in der Liebe, die uns durch Jesus Christus geschenkt ist, einander begegnen. Amen.

 

Wochenspruch:

"Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!" | Phil 4,4.5b

Kinder-Lied:

Beten  (kindgerecht)

Lieber Gott,

heute Abend sind wir hier versammelt, um die Geburt von Jesus zu feiern. Wir danken dir für das Geschenk der Liebe, das du uns durch ihn gegeben hast. Danke, dass wir Zeit miteinander verbringen dürfen, wir sind dankbar für unsere Familien, Freunde und all die guten Dinge in unserem Leben.

Wir denken an die Menschen, die heute vielleicht alleine sind oder traurig, und bitten dich, ihnen Trost zu schenken. Hilf uns, freundlich zu sein und anderen Freude zu bringen, so wie du uns Freude bringst.

Segne dieses Fest, segne unsere Familien und lass uns nie vergessen, dass du immer bei uns bist. Danke, lieber Gott, für diese besondere Nacht.

Amen.

Lied: Alle Jahre wieder

Hören - Gott spricht uns an

Kinder bleiben anwesend

 Lesung:  Weihnachtsgeschichte mit Figuren (Die Krippenfiguren werden aufgestellt, sobald sie in der Geschichte vorkommen  - die Kinder helfen dabei - Fragen zu lassen)

Setzt euch alle gemütlich hin, denn ich möchte euch eine ganz besondere Geschichte erzählen. Es ist die Geschichte von der allerersten Weihnacht. Vor langer, langer Zeit, geschah etwas ganz Wunderbares.

Es war eine sternenklare Nacht, die Luft war kühl, und die Schafe schliefen auf den Feldern. In einem kleinen Dorf namens Bethlehem waren viele Menschen unterwegs, weil sie sich in ihre Heimatstadt begeben mussten. Mitten in diesem geschäftigen Treiben passierte etwas Magisches.

Maria und Josef, ein junges Paar, waren unterwegs nach Bethlehem. Maria erwartete ein ganz besonderes Baby, und sie waren auf der Suche nach einem gemütlichen Ort, an dem das Baby geboren werden konnte. Aber überall waren die Herbergen voll.

Schließlich fanden sie einen Stall, in dem sie Unterschlupf fanden. Dort, in diesem bescheidenen Stall, wurde das Baby geboren. Es war kein gewöhnliches Baby, sondern Jesus, der Retter. Maria wickelte ihn liebevoll in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil es keinen anderen Platz gab.

In dieser Nacht gab es auch einige Hirten draußen auf den Feldern, die auf ihre Schafe aufpassten. Plötzlich erschien ein strahlender Engel vor ihnen, und das Licht umgab sie. Der Engel erzählte den Hirten von der Geburt von Jesus und sagte, dass er der Retter für alle Menschen sei. Die Hirten waren so aufgeregt, dass sie beschlossen, das Baby in Bethlehem zu besuchen.

Auch drei weise Männer aus dem Osten, die Sterndeuter genannt wurden, folgten einem besonders hellen Stern am Himmel. Der Stern führte sie direkt zum Stall in Bethlehem. Sie brachten Geschenke mit, um Jesus zu ehren: Gold, Weihrauch und Myrrhe.

So kamen Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt zusammen, um das neugeborene Baby zu sehen und es zu ehren. Die Botschaft von Liebe, Frieden und Hoffnung verbreitete sich, und das ist der Grund, warum wir jedes Jahr Weihnachten feiern.

Lied: Stille Nacht

Kurzandacht

Lied:

Teilen – Gott verbindet uns miteinander

Gedicht von Sarah Marie: (gekürzt)

Gott überwindet alle Distanz

Es war einmal ne kleine Welt, in der lebten du und ich.

Und in dieser kleinen Welt vermisste ich dich fürchterlich.

Uns trennten keine Meere, keine Grenzen, keine Sprachen.

Uns trennten nur zwei Meter und das Verbot, sich zu umarmen.

Es war einmal ein kleiner Stall, fernab, in Bethlehem.

Und in diesem kleinen Stall, ist was Besonderes gescheh‘n:

Es machte Gott sich auf, dem Mensch ein Mensch zu werden.

Er stieg von seinem Thron herab und kam als Kind auf Erden.

Und dort in diesem kleinen Stall rückten sie eng zusammen

Denn Jesus, Gottes Sohn, lies die Distanz zusammenfallen.

Und plötzlich war da eine Brücke zwischen Mensch und Gott

So trafen sich der Himmel und die Erde sogleich am selben Ort.

Es war einmal ne kleine Welt, in der lebten du und ich.

Wie jedes Jahr zu Weihnachten brannte ein kleines Licht.

Und trotz all des Vermissens und den Stürmen weit und breit.

Erinnert mich das kleine Licht, dass eine Wahrheit immer bleibt:

Es gibt jetzt eine Brücke über die größte Schlucht der Zeiten.

Die größte Trennung überwunden, auch in unsich‘ren Weiten.

Wir feiern heut ein großes Fest in unserer kleinen Welt.

Wir tragen alle Masken und fühl'n uns auf uns allein gestellt.

Doch ist auch jeder hier verbunden, denn jedem ist gewiss:

Echte Distanz ist überwunden seit Jesus gekommen ist.

Und während uns zwei Meter trennen, sind wir uns darin nah,

zu wissen, dass ein großer Gott schon alle Nähe gab.

Lied:

Gebet & Vaterunser

Weitergehen – Gott sendet uns

Bekanntgaben

Hinweis zur Kollekte

Segensgebet für Kinder und ihre Familien:

Gütiger Gott, wir treten vor dich in diesem festlichen Augenblick und legen die Kinder und ihre Familien in deine liebevollen Hände. Segne sie, oh Herr, mit deiner Gnade und deinem Frieden.

Möge deine Liebe ihre Herzen erwärmen und ihre Tage erhellen. Bewahre sie vor Gefahren, schütze sie in schweren Zeiten und lass sie die Freude in den kleinen Momenten des Lebens finden.

Segne die Eltern mit Weisheit und Geduld, dass sie ihre Kinder liebevoll erziehen können. Mögen die Kinder heranwachsen in deiner Liebe und Geborgenheit, mit einem Verständnis für Gerechtigkeit und Mitgefühl für andere.

Wir bitten dich auch für diejenigen, die heute nicht hier sein können, sei es aus der Ferne oder aus anderen Gründen. Lass sie deine Gegenwart in ihrem Leben spüren.

Segne unsere Gemeinschaft, dass wir einander unterstützen und ermutigen. Möge der Friede, den du schenkst, in jedem Haus und jedem Herzen wohnen.

In Jesu Namen beten wir. Amen.

Lied: Oh, du fröhliche

 

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Predigt zum Thema Engel amPröttelmarkt-Tag "Der Berg ruft"


Ich hab da mal ne Frage:
glauben Sie, glaubt ihr an Engel? Glauben Sie, dass ein Engel kommt und Ihrem Leben eine neue Perspektive  geben kann? 

Sie sind klein und pummelig, wie wir eben im Anspiel gesehen haben, oder schlank mit langem blonden Haar und Zauberstab, sie hängen in Autos oder am Schlüsselbund: Engel haben Hochkonjunktur.

Der Michaelistag den wir heute auch haben, der Gedenktag des Erzengels Michael und aller Engel, wird in der evangelischen Kirche selten begangen. Dennoch spielen auch hier die Himmelswesen eine wichtige Rolle. Aber niedlich sind die biblischen Engel keineswegs. Als machtvolle Boten, die dem Bösen widerstehen, als Gottes "Heerscharen" treten sie auf: Michael, der mit dem Teufel kämpft, der Engel, der aus dem Gefängnis führt, und der Gottesgesandte, der unsichtbar, aber gewaltig, vom falschen Weg abbringt. Auch von Schutzengeln weiß die Bibel zu berichten. Eines jedoch wird ganz deutlich. Die Engel haben keine eigene Macht. Sie sind Diener, die durch ihren Auftrag zu Himmelsboten werden.
Im Kinderhort von Friederike in Solingen kam ein 10-jähriges Mädchen auf mich zu und fragte mich: „Glauben Sie wirklich, dass mein Engel mich nicht verlässt?“ Ich antwortete: „Ja, das glaube ich.“ „Ja, aber auch dann, wenn ich böse bin...“, bohrte es weiter. „Auch wenn du böse bist“, gab ich zur Antwort. „Auch wenn ich immer wieder böse bin?“ „Ja, auch wenn du immer wieder böse bist.“ Da fragte es ganz ernst: „Woher wissen Sie das?“ Ich sagte: „Das steht so in der Bibel.“ Dann hüpfte das Mädchen zu den anderen nach draußen zum spielen. Es war ihm ganz ernst um diese Fragen. Die Begegnung mit diesem Mädchen beschäftigte mich noch lange auf der Heimweg. Warum war es für dieses Mädchen so wichtig, dass sein Engel es nicht verlässt? Vermutlich hat es daheim oft andere Botschaften gehört: „Du bist unmöglich. Mit dir kann es keiner aushalten. Du bist eine Zumutung.“ Da war es für das Mädchen wichtig zu hören, dass sein Engel es aushält, dass sein Engel sich nicht von ihm abwendet, sondern Geduld mit ihm hat.

Jeder Mensch hat einen Engel.

Und es gibt von Engelbert Humperdinck 1854 – 1921 das wunderschöne Abendlied:
Abends, wenn ich schlafen geh,
Vierzehn Engel um mich stehn:
Zwei zu meinen Häupten,
Zwei zu meinen Füßen,
Zwei zu meiner Rechten,
Zwei zu meiner Linken,
Zweie, die mich decken,
Zweie, die mich wecken,
Zweie, die mich weisen,
Zu Himmels Paradeisen. 

Oder in dem Kinderlied: Guten Abend, gut' Nacht, kommen die Engel vor:
Guten Abend, gut' Nacht von Englein bewacht,
die zeigen im Traum….

Manchmal brauchen wir die Engel, damit wir aus dem Gefängnissen unserer Seele freikommen, damit wir wieder den Weg ins Freie, ins Leben, in die Liebe Gottes zurückfinden. Dazu muss uns der Engel gleichsam aufwecken, er muss uns unterbrechen und uns eine neue Sichtweise eröffne, was Gott jetzt gerade in unserem Leben tun und bewirken will.
Dietrich Bonhoeffer ist bekanntlich ja nicht durch einen Engel aus dem Gefängnis freigekommen, aber er hat von guten Mächten wunderbar geborgen eine innere Freiheit erlangt, in der er schreiben konnte: „Wer ich auch bin, du weißt es, dein bin ich, o Gott!“ Und er hat als letztes Wort vor seinem Tode sagen können: „Das ist das Ende, für mich der Anfang eines neues Lebens!“
Lassen wir doch zu, dass Gott uns durch seine Engel hilft, uns aufrichtet und freisetzt und manchmal sind es auch die Worte eines ganz menschlichen Engels, weil nicht immer – wie bei dem Besuch der 3 Männer bei Abraham und Sara – weiß man, wer sich in dieser Menschengestalt alles verbirgt. Manchmal nimmt Gott ganzbewusst Menschen als Engel in seinen Dienst.

Einer von 10 Deutschen, so wissen es die Meinungs-forschungszentren wie das Institut für Demoskopie in Allensbach zu berichten, hatte schon einmal eine solche persönliche Begegnung mit einem Engel. 66% der Bevölkerung sind ganz allgemein von der Existenz von Engeln überzeugt – das sind ein paar Prozent mehr als gegenwärtig an die Existenz Gottes glauben! Soziologen und Theologen weisen einmütig auf eine „Hochkonjunktur“ der Engel und sogar Tendezen zu einer „Engelreligion“ hin – nicht nur zur Weihnachtszeit, und nicht nur im Westen unseres Landes. Denn auch die Bürger der ehemaligen DDR entdecken zunehmend die „Jahresendflügelfiguren“ (so der sozialistische Sprachgebrauch) für sich und gewähren ihnen Einlass in ihre sonst oft so säkularisierte Lebenswelt.

Es gab eine Zeit, da hielt sich die Theologie, insbesondere die protestantische, für zu aufgeklärt und abgeklärt, um sich ernsthaft mit Engeln zu beschäftigen. Der Lutheraner Paul Althaus spottete: „Wir haben die Engel abgeschossen wie metaphysische Fledermäuse“. Hier hat in den letzten Jahren eine nachdrückliche Rückbesinnung auf den biblischen Textbestand stattgefunden. Und wer das Alte wie das Neue Testament zur Hand nimmt, kommt nicht umhin zu erkennen: Beide erzählen uns zahlreich (an über 300 Stellen!) und in wunderbarer Weise von den Engeln. Es gibt etwa einen Engel, der einen tief enttäuschten und lebensmüden Propheten wie Elijah aufrichtet und ihm zu essen und zu trinken gibt – wie eine Wegzehrung für seinen neuen Lebensabschnitt (1 Kön 19). Unmittelbar darauf wird Elijah Gott begegnen. Oder da ist der Engel, der sich dem Bileam in den Weg stellt. Und der von den Menschen nicht erkannt und verstanden wird, wohl aber von dem Tier, dem einfachen Esel (Num 22-24). Oder die Engel, die den Löwen die Mäuler verschließen, als Daniel hinab in die Löwengrube geworfen wird (Dan 6,23).Auch Jesu Leben ist von Engeln begleitet. Engel und ihre Worte durchweben die Weihnachtsgeschichte. Später stehen dann die Engel dem erwachsen gewordenen Jesus bei, als er in der Wüste dem Bösen gegenübersteht und sich bewähren muss. Am Ende seines Lebens, als er weint und im Garten Gethsemane um sein Leben fleht, erscheint ein Engel und gibt ihm neue Kraft. Und schließlich ist es ein Engel, den die Jünger am Ostermorgen in der Grabhöhle vorfinden – ein Engel, der ihnen hilft, einen neuen Blick zu entwickeln für das, was am Karfreitag geschehen ist. Einen Blick für die frohe Botschaft, die es der Welt zu verkünden galt. Die Bibel ist also eine gute und umfangreiche Quelle für alle, die sich für Engel interessieren und mehr über sie erfahren möchten. Allerdings sind die Engel kein Selbstzweck. Sie sind, wie der Hebräerbrief es formuliert, „dienende Geister“, nämlich Boten oder vielleicht der Paketkurrierdienst Gottes.

Die Aufgabe der Engel ist es, uns ein Paket zuzustellen. In der Bibel sind sie es, die den Menschen klar machen, wie Gottes Kraft heilsam wirken kann. Engel zeigen an, sie machen klar, sie vermitteln zwischen Gott und Mensch, zwischen Himmel und Erde und brauchen wohl eben deshalb in unserer Vorstellung Flügel, um diese Distanzen zu überwinden.
Halten Sie Ausschau nach Ihrem Engel, an den Ausfallstraßen des Lebens, in den Nächten der Entscheidung, am Horizont, irgendwo. Denn dieser Engel, mit oder ohne Flügel, mit welcher Haartracht auch immer – der hat eine Botschaft vom Chef für Sie im Gepäck. Gerade dann, wenn Sie das Gefühl haben, Gott liegt mir irgendwie fern, und seine Kirche erst recht, dann ist er gekommen, um Sie neu in Verbindung mit Gott zu bringen. Letztlich kommt es aber nicht darauf an, ob Sie oder ich an Engel glauben - entscheidend ist, ob wir empfangsbereit sind und ihrer Botschaft Glauben schenken.

Wenn sie also von Gott gestärkt werden wollen, dann setzen sie sich nicht in den Sessel und warten, ob irgendwann auch zu Ihnen ein Engel kommt. Gehen sie einfach auf die zu, die sie als Engel brauchen, undvielleicht entdecken sie dieses Geheimnis auch, dass wer dem anderem zum Engel wird, oftmals selber einem Engel begegnet. Ich könnte noch mehr davon erzählen, wo ich Menschen Engel sein darf und diese mir zu Engeln werden, aber diese Geschichten passieren ja auch in ihrem Leben, wenn sie es denn wagen, sich von Gott in Dienst nehmen zu lassen für andere und dann merken, dass sie dabei selber von ihm beschenkt werden.
Amen

Jetzt zum Schluss wird es aber nochmal so richtig spannend. Denn keiner sollte heute diese Gemeinde verlassen ohne ein Abbild von einem Engel. Deswegen möchte ich mit ihnen einen Engel basteln.
Ich höre schon einige stöhnen: „Nee, kann ich nicht!“ 
Abwarten – denn es ist gar nicht so schwer. Ich erkläre es kurz und wir haben erfahrene Bastlerinnen unter uns, die vielleicht dann auch weiter helfen können.
Vielleicht kann man ja  auch, während wir unseren Engel basteln, in Ruhe die Gedanken ein wenig schweifen lassen.